Geschichte des Parks

Der Movie Park Germany hat eine bewegtere Geschichte als wohl jeder andere Freizeitpark: Zahlreiche Besitzerwechsel, bei denen Freud und Leid oft dicht beieinander lagen. Insgesamt sechs (!) unterschiedliche Betreiber haben den Park seit ursprünglicher Eröffnung des Traumland Parks schon geleitet.

Movie Park – eine bewegte Geschichte

Neben den gelegentlichen Namensänderungen sorgte vor allem der Verlust von Lizenzen immer wieder für sichtbare Veränderungen durch Umthematisierungen von Attraktionen, die unterschiedliche Investitionspolitik brachte immer wieder auch Stagnation in den Wachstum des Parks – und eines wird beim Blick in die Geschichte des Parks deutlich: Langweilig ist es nie im Movie Park Germany.

Hier geht es zu unserer Nostalgie-Galerie mit vielen Bildern aus den verschiedenen Jahren des Parks!


Der Anfang: Traumlandpark

Der Beginn des heutigen Movie Parks reicht zurück in das Jahr 1967: Damals wurde durch die Familie Allekötter ein Märchenpark in Bottrop-Kirchhellen eröffnet, in welchem an verschiedenen Hütten in für die 1960er Jahren typischer Weise kurze Märchen durch Figuren und Tonbandaufnahmen erzählt wurden.

Als es im Jahr 1976 zum Verkauf kam, wurde der Park überarbeitet und als Traumlandpark umgestaltet, durch andere Attraktionen ergänzt und am 19. Mai 1977 schließlich neu eröffnet.

Movie Park Geschichte Bild © Traumlandpark.org (R. Wehrenberg)

Bild © Traumlandpark.org (R. Wehrenberg)

Doch die pompöse Neueröffnung stand unter keinem guten Stern: Bereits mit Eröffnung war das Unternehmen stark verschuldet und musste Konkurs anmelden. Der Schuldenberg von rund 22 Millionen DM war einfach zu hoch.

Der Park wurde in der Folge erneut verkauft. Im Jahr 1986 entschlossen sich die neuen Eigentümer den Park um 30 Hektar zu erweitern und als Das Neue Traumland in frischem Gewand neu zu eröffnen.

Konzipiert als eine Art „dauerhafte Kirmes“ wechselten die Fahrgeschäfte regelmäßig und Das Neue Traumland konnte immer wieder neue Attraktionen bieten. Doch auch dieser Versuch eines Freizeitparks misslang, sodass Das Neue Traumland am 31. August 1991 seine Pforten schließen musste.

Die Filmidee: Bavaria Filmpark

Movie Park Geschichte Bild © Filmpark-Bottrop.org (bavariajones)

Bild © Filmpark-Bottrop.org (bavariajones)

Doch auf dem Gelände sollte es nicht lange ruhig bleiben: Erneut wurde der Park verkauft und nach einer großen Umbauphase am 06. Juni 1992 als Bavaria Filmpark wieder eröffnet.

Dabei war das Konzept ein ganz anderes: Statt eigentlicher Fahrattraktionen lag der Fokus auf einem Einblick hinter die Kulissen bei Filmproduktionen. Verantwortlich für die Neugestaltung des Parks war Rolf Zehetbauer, der für seine Filmsets bereits einen Oscar gewann. Die Gäste konnten in diesem neuen Filmpark zum Beispiel mehr über Stunts erfahren und live miterleben, wie aus Spezialeffekten und Filmsets „Die unendliche Geschichte“ entsteht.

Trotz – oder gerade wegen – der unglaublichen Investitionssumme von knapp 53 Millionen DM (!) war der Park finanziell dem Untergang geweiht und wurde 1994, nur zwei Jahre nach Eröffnung, wieder geschlossen und anschließend verkauft.

Die USA zieht ein: Warner Bros. Movie World

Einen weiteren krassen Wandel erfuhr der ehemalige Märchenpark, von dem schon lange nicht ein Stein mehr übrig war, ab dem Mai 1994, als der Grundstein für die spätere Warner Bros. Movie World gelegt wurde.

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Der amerikanische Filmkonzern „Warner Brothers“ griff die Idee eines Filmparks auf, die der Konzern bereits in anderen Ländern erfolgreich umgesetzt hatte. Nach zwei Jahren Bauzeit und einer Investition von knapp 200 Millionen Euro (!) eröffnete der frisch geschlüpfte Warner-Park im Jahr 1996 unter großem Medieninteresse. Neuartige Fahrattraktionen, die im Jahr 1999 noch durch weitere Attraktionen ergänzt wurden (z.B. durch die Holzachterbahn „The Bandit“ oder Topspin „NYC Transformer“), und die einmaligen Shows zogen quer durch die Republik Besucher an.

Einige Attraktionen wie das „Bermuda Dreieck“, „Batman Adventure“ oder „Gremlins Invasion“ wurden direkt aus anderen Warner-Parks in Australien oder Spanien importiert und baugleich in Deutschland errichtet. Dabei nutze man auch die günstige Bauweise, Attraktionen mit Bauschaum und Draht zu verkleiden.

Diese wesentlich günstigere Bauweise mit Draht und Bauschaum führte jedoch schnell zu Problemen aufgrund des durchaus harten Winters in unserer Klimaregion, die man heute am „Bermuda Triangle: Alien Encounter“ oder am „Mystery River“ sehen kann: Der Frost sprengt den Bauschaum auf und die Farbe platzt ab. Der leuchtend orangene Bauschaum zeigt sich heute bei den alten Attraktionen aus der Warner-Zeit an einigen Stellen.

Bild © Hattuchili (themeparkreview.com)

Bild © Hattuchili (themeparkreview.com)

„Six Flags“ kommt nach Europa

six_flags_european_division_110831Im Jahr 1999 entschied sich Warner Brothers allerdings das Freizeitparkgeschäft in Europa einzustellen. Der deutsche Park wurde an die Freizeitpark-Kette „Six Flags“ verkauft, die in Amerika mehrere Dutzend Parks betreiben. Der Konzern wollte sein bis dahin ausschließlich amerikanisches Geschäft auch auf Europa ausweiten und übernahm neben der Warner Bros. Movie World noch andere europäische Parks (so wurde aus „Walibi Holland“ beispielsweise „Six Flags Holland“).

An der eigentlichen Parkgestaltung änderte sich hingegen nichts: „Six Flags“ war in Besitz von Warner- und DC-Comic-Lizenzen, sodass die Attraktionen in ihrer damals aktuellen Form mit Batman, Bugs Bunny und Co. weiter bestehen bleiben konnten.

Dem eigenen Konzept treu ergänzte „Six Flags“ einige Thrill Rides, führten eine Jahreskarte ein und baute in den anschließenden Jahren das Attraktionsangebot und Showangebot weiter aus.

Luftaufnahme des Parks aus dem Jahr 2000 (Foto: Stephan Pawlak)

Luftaufnahme des Parks aus dem Jahr 2000 (Foto: Stephan Pawlak)

Star Parks: Movie Park Germany

Das neue Logo seit 2005.

Im Jahr 2004 entschied sich „Six Flags“ ebenfalls das europäische Freizeitparkgeschäft aufzugeben und verkaufte seine Parks – darunter auch die Warner Bros. Movie World — an „Palamon Capital Partners“, welche Freizeitparks unter dem Namen „StarParks“ betrieben.

Im Gegensatz zu den anderen Besitzerwechseln bedeutete dieser Wechsel aber einen starken Eingriff in die Gestaltung des Parks: „Star Parks“ verfügte nicht über die Lizenzen, die für die Thematisierung der Attraktionen nötig waren.

Entsprechend verschwanden die DC-Comichelden wie Batman, die Looney Tunes mit Daffy Duck, Bugs Bunny und Co. aus dem Park und wurden durch Ice Age, SpongeBob Schwammkopf und andere Charaktere aus dem Nickelodeon-Universum ersetzt.

Zur Saison 2005 bekam der Park entsprechend auch einen neuen Namen: Aus der „Warner Bros. Movie World“ wurde der „Movie Park Germany“ – unter dem Motto „Ein Tag wie im Film“.

Die offizielle Aussage auf der Webseite des Parks lautet dazu:

Warner Bros. Movie World gehörte bis April 2004 zur amerikanischen Six Flags Gruppe, die neben vielen Parks in Europa und Amerika auch die Lizenzrechte zur Nutzung des Namens „Warner Bros.“ und der bekannten Figuren wie Batman und Bugs Bunny besaß. Der Verkauf des Parks and die britische Investmentfirma Palamon Capital Partners umfasste nicht die Rechte am Namen und den Looney Tunes. Aus diesem Grund öffnete der Film- und Entertainmentpark im März 2005 unter dem Namen Movie Park Germany.

Das Jahr 2005 markierte damit wohl deutlichsten Umbruch seit dem Bavaria Filmpark. Fast alle Attraktionen wurden umbenannt, umgestaltet und teilweise sogar versetzt. So wurde beispielsweise aus dem „Batman Abenteuer“ das heutige „Time Riders“ und die Wasserbahn „Die unendliche Geschichte“ wurde zum „Mystery River“ umgestaltet.

Gleichzeitig wurde die Infrastruktur des Parks verbessert, eine Kooperation mit MGM führte zu einem Update des „Filmmuseums“ und der Eröffnung einer neuen „MGM Studio Tour“.

Luftaufnahme des Parks aus dem Jahr 2005 (Foto: Stephan Pawlak)

Luftaufnahme des Parks aus dem Jahr 2005 (Foto: Stephan Pawlak)

Im Jahr 2006, zum 10. Geburtstag des Parks, musste die bis dahin beliebte Achterbahn „Cop Car Chase“ weichen. Die Betonfundamente wurden bei Bau im Winter gegossen und wiesen inzwischen starke Risse auf — so starke Risse, dass ein weiterer Betrieb der beiden Achterbahnen aus Sicherheitsgründen nicht mehr möglich war. „StarParks“ stufte eine Renovierung als nicht wirtschaftlich ein und entfernte „Cop Car Chase“ und den gesamten „Marienhof“-Themenbereich. Heute befindet sich dort der „Santa Monica Pier“ mit dem damals in Deutschland einmaligen Disc’O-Coaster „Crazy Surfer“.

Ab 2007 investierte „StarParks“ erneut in den Movie Park Germany, änderte den Slogan in „Hurra, ich bin im Film!“ und erweiterte die ehemaligen „Wonderland Studios“ zum heutigen „Nickland“ — eine Kooperation mit dem Fernsehsender „Nickelodeon“. In diesem Zuge wurden die Fahrgeschäfte entsprechend nach den Nick-Charakteren thematisiert.

Spanisches Feuer: „Parques Reunidos“

parqueslogo

Am 17. Mai 2010 wurde der Park erneut verkauft und von der spanischen Freizeitparkgruppe „Parques Reunidos“ übernommen, dem zweitgrößten Betreiber von Freizeitparks in Europa.

Pünktlich zum 15. Geburstag eröffnete dann die von Kritikern begeistert gelobte neue Indoor-Achterbahn „Van Helsing’s Factory“ in den ehemaligen Hallen der Dark Ride „Gremlins Invasion“, die seit 2005 nicht mehr in Betrieb war.

Zudem startete „Parques Reunidos“ eine Show-Offensive und überarbeitete das Entertainment-Konzept des Parks intensiv. Alte Shows wurden ergänzt, überarbeitet oder durch neue, aufwändigere Shows ersetzt.

Ursprünglich war für die Saison 2013 neben einer Renovierung von „Ice Age Adventure“ der Bau eines neuen Launch-Coasters im Eingangsbereich geplant. Die europäische Finanzkrise, die vor allem im Süden Europas für finanzielle Probleme sorgte, brachte jedoch auch die spanische Besitzergruppe des Movie Park Germanys in finanziell unsichere Fahrwasser. Als Folge mussten die Pläne für die neue Achterbahn zunächst auf Eis gelegt werden — es entstand die Kinderfahrschule „Teenage Mutant Ninja Turtles: Licence to Drive“ als Ersatz.

Im Jahr 2014 folgte dann eine umfangreichere Investition — Mit dem neuartigen Simulator im Dinosaurier-Thema namens „The Lost Temple“ konzentrierte sich die Investitionsstrategie weiterhin auf Familien und Kinder.

So sah der Park zum Zeitpunkt der Übernahme durch Parques Reunidos in einer Luftaufnahme aus.

 

In der Saison 2016 eröffnete der Park mit „The Walking Dead Breakout“ erstmals eine Horror-Attraktion, die auch außerhalb des Halloween Horror Fests während der gesamten Saison geöffnet ist. Ein weiteres Novum war auch das „Upcharge-Modell“, womit der Park für die Nutzung der Attraktion zusätzlich zum Parkeintritt eine Gebühr erhebt.

Geschäftsführer Thorsten Backhaus bestätigte uns zur Eröffnung der Attraktion in einem Interview, dass der Movie Park auch bei zukünftigen Investitionen verstärkt auf Film-, Fernseh- und Serien-Lizenzen setzen wolle, was sich bereits bei der 2017 anstehenden Großinvestition bestätigen sollte.

Und die Zukunft?

Nachdem es lange Zeit wieder sehr schwierig um den Movie Park Germany stand, konnte „Parques Reunidos“ den Park nicht nur wieder in ruhigeres Fahrwasser bringen, sondern hat es geschafft, den Park zuletzt in der Saison 2015 zu einem der umsatzstärksten in der gesamten Gruppe zu machen.

Auch Großinvestitionen sind damit in greifbarer Nähe: Für die Saison 2017 baut der Park eine neue Achterbahn und beschreitet mit „Star Trek™: Operation Enterprise“ neue Wege. Die Attraktion dürfte die größte Investition der letzten 15 Jahre werden und verspricht ein neues Highlight im Park zu werden. Das Filmmuseum, welches bereits seit Ende der Saison 2014 nicht mehr im regulären Parkbetrieb genutzt wurde, wird in diese neue Attraktion integriert werden.

Zudem hat der Movie Park angekündigt, auf lange Sicht die alten Warner-Attraktionen mit der verwitternden Thematisierung („Ice Age Adventure“, „Bermuda Triangle: Alien Encounter“, „Mystery River“) zu renovieren und die optisch problematischen Verkleidungen aus dem weiter oben genannten Bauschaum  auf Dauer durch hochwertigen, wetterbeständigen Spritzbeton zu ersetzen. Da es sich hierbei aber um eine beachtliche Investitionssumme handelt wird dies wohl erst in einigen Jahren auf der To-Do-Liste des Parks stehen können.

Aktuell verzeichnet der Movie Park Germany steigende Besucherzahlen, vermutlich bedingt durch das bessere Marketing, aufregende neue Attraktionen wie „Van Helsing’s Factory“ oder „The Lost Temple“ und einer allgemeinen besseren wirtschaftlichen Lage.

Drücken wir also die Daumen, dass es die nächsten Jahre weiter aufwärts für den Movie Park Germany geht! 😉

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