Hinter den Kulissen von „Star Trek™: Operation Enterprise“

Mit dem Großprojekt „Star Trek™: Operation Enterprise“ hat der Movie Park Germany nicht nur eine unterhaltsame Achterbahn mit einmaliger Thematisierung in den Park gezaubert, sondern auch ein technisch durchdachtes Konzept zusammen mit dem Hersteller Mack Rides umgesetzt.

Nach unserer kleinen Sommerpause haben wir uns daher einmal hinter den Kulissen von „Star Trek™: Operation Enterprise“ umgeschaut – und was wir dort sehen und erfahren konnten, teilen wir gerne an dieser Stelle mit Euch 😉

Der Punkt an dem alles seinen Anfang nimmt: Der Bahnhof.

Wenn man als Fahrgast im Zug platz nimmt, fallen direkt die Panels am vorderen Ende des Bahnhofs auf. Aber dieses „Main Operator Panel“ ist nur die halbe Miete: Dort wird die Bahn zum größten Teil gesteuert und dort werden allerlei Statistiken und Sicherheitsinformationen für die Bedienen der Bahn (Operators) angezeigt.

Klein, aber wichtig

Aber auch am anderen Ende des Bahnhofs befinden sich wichtige Tastschalter, die von den Mitarbeitern gedrückt werden müssen. Diese sind vielleicht deutlich unauffälliger, müssen aber betätigt werden, um der Achterbahn eine Startfreigabe zu ermöglichen. So wird sichergestellt, dass die Mitarbeiter bis zum Ende der Station durchlaufen müssen und dabei alle Bügel kontrollieren, den Zug ablaufen und auf mögliche Probleme aufmerksam werden. Werden diese Taster nicht betätigt, kann der Zug die Station auch nicht verlassen.

Die wichtige Komponente für die Operators ist allerdings das Hauptpanel vorne rechts. Auf diesem befinden sich die Steuerelemente, welche den Betrieb überhaupt erst ermöglichen: Bügel auf, Eingangstore schließen, Fahrt-Start, usw.

Auf der rechten Seite des Panels befinden sich die Überwachungskameras, mit denen der Mitarbeiter am Panel stets einen Überblick über die einzelnen Bereiche der Attraktion hat. In jedem Bereich, egal ob Brücke, Warteschlange oder Treppen, befinden sich hochauflösende Überwachungskameras. So können Probleme und Vandalismus schnell erkannt werden.

Außerdem befindet sich hier das Show Control Interface (dazu gleich mehr) und die Steuerung für Durchsagen. Hier können die Mitarbeiter entsprechende Durchsagen machen mittels Mikrofon oder vorgefertigter Ansagen, zum Beispiel zum Rauchverbot, technischen Störungen, usw. Das Tablet steuert hierbei in welchen Bereichen der Attraktion die Ansage hörbar ist.

Der Ablauf in der Station

Kommt der Zug nach einer Fahrt in der Station an, öffnen die Sicherheitsbügel automatisch. Wenige Sekunden später öffnen sich automatisch die Eingangstore. Auch die Steuerung der Gepäckablagen (das Auf- und Zuklappen der einzelnen Fächer) erfolgt komplett automatisch über die Steuerung des Panels – eine All-in-One-Lösung also! Damit das funktioniert muss der Operator auf dem Touchscreen-Display festlegen, wie viele Züge aktuell im Einsatz sind.

Sind alle Gäste eingestiegen, werden die Bügel verriegelt und die Tore geschlossen. Dann erfolgt eine Bügelkontrolle durch die Mitarbeiter (drücken und ziehen) mit anschließender Betätigung der eben erwähnten Startfreigabe-Taster am Ende der Station.

Ist alles soweit in Ordnung blinken nun zwei grüne Knöpfe am Main Operator Panel. Der Operator muss beide gleichzeitig drücken (um zu vermeiden, dass man die Fahrt automatisch startet) und los geht’s! 🙂

Das schlaue Display

Generell kann sich der Operator allerlei Informationen über das Display anzeigen lassen, wie z.B. die aktuelle Zugposition, Geschwindigkeitswerte des Launches, Status des Transfergleises, Temperaturen, Stati diverser Sensoren, usw. Auch kleinere Einstellungen zum Betriebsablauf lassen sich hier vornehmen – besonders gut gefallen hat uns hier der Stromsparmodus 😉

Für alle größeren Einstellungen und vor allem Wartungsfahrten, etc. ist allerdings die Maintenance-Abteilung des Movie Park Germanys zuständig und nötig. Sicherheitsrelevante Optionen und Einstellungen, die Probleme im Betrieb bereiten könnten, sind nur mit einem speziellen Schlüssel freischaltbar. Den hat die Technik des Parks, und wenn in den Wartungsmodus umgeschaltet wird, darf auch kein Parkgast mehr mit der Attraktion fahren, bis die Maintenance das Fahrgeschäft wieder umgestellt und freigegeben hat. Safety first!

Sicherheit an erster Stelle

Auch an vielen anderen Stellen verstecken sich Sicherheitsfunktionen – auch da wo man sie nicht erwarten würde. Die Rolltore des Stationsgebäudes sind beispielsweise noch einmal extra abgesichert. Nicht nur, dass sie mit mehreren Sensoren überwacht werden, um zu verhindern, dass der Zug losfährt während die Tore noch geschlossen sind: Wenn die Tore geöffnet sind, fährt ein Sicherheitsbolzen unter dem Tor heraus, um zu verhindern, dass das Tor aus welchem Grund auch immer wieder zufällt.

Sicherheitsbolzen auf beiden Seiten verhindern, dass das Rolltor versehentlich zu früh schließt

Achterbahnen gelten als das sicherste Fortbewegungsmittel der Welt, und das zu Recht. Meldet nur einer der rund einhundert Sensoren einen Fehler oder eine Fehlfunktion, steht die ganze Achterbahn still. Das kann ein Blatt sein, das vor einer Lichtschranke liegt sein oder einfach nur ein starker Windstoß, der am Kabel zieht. In dem Fall kann der Operator auf dem Display erkennen, wo genau der Fehler liegt und die Maintenance kann den Fehler beseitigen und die Anlage resetten. Erst dann kann die Attraktion wieder fahren.

Ohne Strom geht nix

Die Achterbahn „Star Trek™: Operation Enterprise“ ist ein sogenannter Launch Coaster, d.h. die Beschleunigung erfolgt mittels Magentmotoren. Diese erzeugen ein Magnetfeld und drücken den Zug nach vorne, indem eine Metallschiene an der Unterseite des Zuges in das Magnetfeld eingetaucht wird. Das kostet einiges an Energie!

Diese wird in einem speziellen Raum voller Schaltschränke „aufbereitet“. Hier befindet sich auch die eigentliche Steuerung der Achterbahn. Wenn ihr zurück in die Station fahrt, achtet kurz vor dem Einfahren auf die Tür am Gebäude links unten: Das ist der Schaltraum, den ihr hier auf den Bildern seht. Er befindet sich direkt unter der Einstiegsseite der Station.

Wer sich schon immer gefragt hat, wie wohl die Eingangstore („Air Pressure Gates“) der Station funktionieren, wird daher auch hier fündig. Die Unterseite der Tore ragt hier aus der Decke. Sie werden betrieben mit Luftdruck (Pneumatik), dessen Steuerung sich ebenfalls hier im Schaltraum befindet. Außerdem verfügen die Gates über einen Sensor, der erkennt, ob die Tore geöffnet oder geschlossen sind und im Zweifelsfall die Achterbahn anhält, sollten sich die Tore zum falschen Zeitpunkt öffnen. Denn das wäre gefährlich für die Gäste, die eventuell auf die Schiene fallen könnten, wenn sie sich gegen die überraschend öffnenden Tore lehnen.

Ein durchdachtes Abstellgleis

Die Achterbahn verfügt über zwei Züge – aber nicht immer bedarf der Andrang beider Züge. Manchmal muss ein Zug auch repariert oder überprüft werden. Daher gibt es ein spezielles Abstellgleis mit einer kleinen Wartungshalle. Wobei, so klein ist sie nicht: Sie hat sogar zwei Stockwerke!

Wer bereits mit „Star Trek™: Operation Enterprise“ gefahren ist, weiß vermutlich auch, wo sich dieses Abstellgleis befindet: Wenn ihr aus der Station fahrt, direkt geradeaus weiter durch das geschlossene Rolltor.

Das Abstellgleis ist aber nicht wirklich ein Gleis in dem Sinne, dass es nämlich nur rund 30cm Schiene dort gibt. Der Zug selbst wird auf Seitenleisten geschoben, damit die Radaufhängungen frei zugänglich sind. So können Räder schneller geprüft und getauscht, die Achsen kontrolliert und die Aufhängung gewartet werden.

Um den Zug zu bewegen befinden sich im Untergeschoss des Wartungsbereichs Motoren mit Reinrädern, die mittels Hydraulik von unten an den Zug gedrückt werden können, um den Zug vor oder zurück zu bewegen. Der Zug selbst hat an den Seiten (für den Gast unsichtbare) unten kleine Rollen, mit denen er auf den Seitenleisten aufliegt. So „schwebt“ der Zug, ohne eine Schiene zu benötigen und alle Teile sind für die Maintenance gut erreichbar. Clever, oder? 😉

Im vorderen Bereich des Wartungsgleises befindet sich außerdem im Obergeschoss ein kleiner Kran, mit dem schwere Objekte gehoben werden können. Außerdem ist auch dort ein Rolltor, falls der Zug einmal komplett entfernt werden muss, z.B. für Wartungsarbeiten.

Mit dieser Schablone lassen sich die Positionen der Sensoren auf der Strecke millimetergenau prüfen

Generell bietet das Obergeschoss die Möglichkeit für die Mitarbeiter, bequem an den Zug zu kommen. Das ist vor allem beim Putzen und Polieren nützlich: Autofahrer wissen ja, dass weiß sehr gut aussieht, aber eine sehr undankbare Farbe ist 😉

Ohne Multimedia keine Enterprise

Nun ist die Achterbahn aber nur halb so schön ohne die Thematisierung drumherum. Als erste Attraktion weltweit wurde die Achterbahn passend zum Star-Trek-Universum gestaltet. Um die Illusion zu perfektionieren ist eine Menge an Multimedia-Technik nötig: Von den Transporterräumen bis hin zur Brücke muss der Ablauf der Preshow daher optimal geplant sein!

Um einen entsprechend reibungslosen Ablauf zu ermöglichen, verfügen die Operators daher über ein spezielles Tablet mit einer Steuerungssoftware für die Preshow. Eins davon gibt es übrigens auch am Main Operator Panel, damit der Operator dort (z.B. bei Stau) steuern kann, ob die Preshow verlangsamt oder beschleunigt werden muss. So hat er immer die richtige Anzahl an Gästen in der Station stehen.

Auf den Tablets läuft (neben Windows 10 und allerlei Treibern) eine im originalen Star-Trek-Look gehaltene Oberfläche. Mit dieser steuern die Mitarbeiter die Preshow: Egal ob Tür auf oder zu, Video abfahren oder Beleuchtung, alles ist möglich.

Von wegen Backstage-Magic…

Während für die Gäste die Brücke der Serie zum Leben erwacht, sieht das hinter den Kulissen weniger spektakulär und eher nüchtern aus. Die einzelnen Teile der Showrooms sind wie klassische Filmsets gebaut und bestehen aus einer Menge Holz, Stahlträger, Kabeln und Lüftungsrohren.

Rund um die Sets verteilt befinden sich wichtige Maschinen und Technikräume, unter anderem die gigantische Klimaanlage, die dafür sorgt, dass es im Sommer angenehm Kühl in den Wartebereichen ist.

Die Projektionen im Wartebereich werden durch eine sogenannte Rückprojektion realisiert. Das bedeutet, dass der Beamer hinter der Leinwand steht und quasi auf den Betrachter gerichtet ist. Dadurch kann niemand durch das Bild laufen (außer ungeschickte Mitarbeiter im Backstage-Bereich 😉 ) und die Bildqualität wirkt für das menschliche Auge natürlicher. Dafür brauchen sie aber wesentlich mehr Platz.

In den Technikräumen rund um die Show-Sets befindet sich auch die Technik für die Preshow, entwickelt von den Showtech-Profis der niederländischen Firma Nightlife. Auf diesen Servern lagern alle Sounddateien, Videos und Steuerbefehle für die Beleuchtung, die während der Shows genutzt werden. Die Tablets selbst geben den Servern die entsprechenden Steuersignale, um die Show abzufahren. Gleichzeitig wird durch Logikketten kontrolliert, dass die Show in der richtigen Reihenfolge abläuft und kein Bereich der Wartezone oder des Bahnhofs mit Menschen überlaufen wird.

Und wir als Besucher stehen mitten drin und bekommen von der ganzen aufwändigen Technik kaum etwas mit 😀

Wenn an dieser Stelle alle lachen, hat der Movie Park Germany alles richtig gemacht 🙂

 

Wir hoffen euch hat dieser kleine Backstage-Einblick gefallen. Wenn ihr mit uns diskutieren möchtet oder noch Fragen habt, hinterlasst uns einfach unten einen Kommentar – oder tretet unserer offiziellen Facebook-Gruppe bei!

Ein weiterer ausführlicher Backstage-Bericht in Video-Form ist in Vorbereitung und kommt im Laufe des Jahres. Außerdem wird es demnächst weitere Einblicke in das Halloween Horror Fest 2017 geben, mit schockierenden Neuerungen! 😉

Mit Zugangsdaten anmelden

oder    

Zugangsdaten vergessen?

Create Account

Diese Seite verwendet Cookies und externe Dienste. Mehr dazu

Unsere Webseite verwendet Cookies (kleine Textdateien mit anonymen Informationen zu deinem Surfverhalten), um Dir das beste Surferlebnis zu ermöglichen.

Du kannst Erweiterungen wie "Ghostery" verwenden, um zu verhindern, dass die Seite oder Drittanbieter sogenannte Cookies ablegen oder deine Cookie-Einstellungen im Browser ändern, wenn du das nicht möchtest.

Mehr Informationen findest du in unserer Datenschutzerklärung.

Schließen